ADFC, OG Pulheim

Für den Inhalt dieser Seite ist ausschliesslich die Ortsgruppe Pulheim verantwortlich. Er kann von den Ansichten des Vorstandes abweichen!

Der Zugriff auf die alte Webseite ist bis auf Weiteres noch möglich: http://www.adfc-rhein-erft.de/Index_.htm

Lokale Verkehrspolitik der ADFC-Ortsgruppe Pulheim

Inhalt:    Vergessen? (21.04.10)
Erfreuliches aus Köln (10.10.09)
Jagd auf Fahrradfahrer? (10.10.09)

In Pulheim verunglücken besonders viele Radler! (08.08.09)

Und es geht weiter! (07.02.09)

Ein schönes Weihnachtsgeschenk (01.01.08)

Es geht doch! (22.08.07)
Noch enttäuschender
(22.08.07)

Enttäuschend (20.11.06)
Überraschender Sieg (28.10.06)
Weitere Erfolge
(28.10.06)
Nicht aufgeben
(30.11.04)
Bedarfsampeln
(27.05.07)
Neue Kreisel
Radwegenetzschluß in Geyen

Vergessen?Sitzung des Ausschusses für Tiefbau und Verkehr am 21.04.2010
Bei der Bürgerwerkstatt zur „Verkehrssituation Brauweiler“ am 19.09.08 wurde unter anderem die Öffnung der Straße Rosenhügel zwischen Bernhardstraße und Friedhofsweg für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen gewünscht – für die Fachplaner des begleitenden Ingenieurbüros eine Selbstverständlichkeit. Diese Maßnahme wurde in der Sitzung des TVA (s. o.) auf Priorität 1 hochgestuft – mit zwei Zusatzschildern eine lösbare Aufgabe. Die heutige (21.04.10) Nachfrage im TVA ergab, dass diese Maßnahme dem Ordnungsamt noch nicht einmal bekannt war!
Die Nachfrage nach der Umsetzung des Bürgerantrages/Beschlusses (ebenfalls vom 16.09.09) zur versuchsweisen Freigabe des Marktplatzes in Pulheim für Radfahrer wurde beschieden, dass die Erprobungsphase für den Frühjahr/Sommer 2010 vorgesehen sei, und „wir insofern mit der Umsetzung im Mai noch ganz gut im Zeitrahmen liegen“.
Kommentar eines (stimmberechtigten) Ausschussmitgliedes: „Das haben die auch vergessen!“ – dem ist nichts hinzuzufügen!

Erfeuliches aus Köln:
Auf der Flucht vor strömendem Regen erbosten sich die Feierabendradler über die „idiotische“ Ampelschaltung am Überweg Venloer Str./Militärring: Nicht nur dass es Ewigkeiten dauert, bis (auf Anforderung) endlich „grün“ kommt, sondern dass selbst wenn der PKW-Verkehr wegen einer Straßenbahn angehalten wird (die hat nämlich Vorrang), der Überweg trotz Drücken des Knöpfchens „rot“ bleibt. Und wenn die Bahn durch ist, durften erst wieder die KFZ fahren, bevor endlich nach schier endloser (und ziemlich nasser) Zeit der Überweg freigegeben wurde. Erfreulicherweise hat die Stadt Köln unseren entsprechenden Mecker positiv aufgenommen und will eine automatische Grünphase für die Querung parallel zur Straßenbahn schalten, sobald die Finanzierung möglich ist.

Jagd auf Fahrradfahrer?

Wie auf den alten Pulheimer Fahrradstadtplänen zu sehen ist, herrschte bisher auf dem Marktplatz in Pulheim friedliche Koexistenz zwischen RadfahrerInnen und Fußgängern – obwohl dieser Bereich als Fußgängerzone ausgewiesen und damit für RadfahrerInnen gesperrt ist. Die wegen der stark erhöhten Unfallzahlen verschärften Kontrollen von RadfahrerInnen wurden auch auf dem Marktplatz durchgeführt – im Gegensatz zur bisherigen stillschweigenden Duldung ziemlich drastisch: je 15 EUR mussten einige berappen, obwohl sie sich gar keiner Schuld bewusst waren! Entsprechend groß war die Empörung, und so fand unsere Initiative/Unterschriftenaktion zum Bürgerantrag „Freigabe der Fußgängerzone Marktplatz für RadfahrerInnen – außer während Veranstaltungen“ regen Zuspruch: 111 Unterschriften kamen zwischen 13 und 18 Uhr zusammen.

Der Bürgerantrag wurde im Ausschuss für Tiefbau und Verkehr (TVA) am 16.09.09 (ab 17 Uhr im Ratssaal) angenommen: Für eine Übergangszeit von 3 Monaten werden der Marktplatz und der Bereich "Auf dem Driesch" für Radfahrer freigegeben. Start soll im Frühjahr 2010 sein, anschließend Bericht über die Erfahrungen.

 

Zurück zum #Inhalt:

In Pulheim verunglücken besonders viele Radler!

Diese Schlagzeile schreckte im Februar viele Zeitungsleser auf: In 2008 ergab sich ein „Anstieg um 83 Prozent auf 123 Unfälle“ gegenüber 2007, während anderswo die Anzahl der Fahrradunfälle deutlich sank, z. B. in Frechen von 117 auf 71.
Die OG Pulheim hat der Verwaltung Hilfe bei der Auswertung angeboten, und der Kreis will ein Gutachten zur Unfallstatistik beauftragen. Ein Teil des drastischen Anstiegs erklärt sich aus der Tatsache, dass Pulheim 2007 ganz am unteren Ende der Unfallstatistik lag, so dass bereits mittlere Unfallhäufigkeit einen erheblichen Zuwachs bewirkte.

Andererseits gibt es (fast) keine Unfallschwerpunkte, aber auch keineswegs ein überwiegendes Verschulden der RadfahrerInnen an den Unfällen: Auf Basis von allerdings nur 76 Unfallmeldungen haben wir folgende Zahlen ermittelt:

 

Unfall Fahrrad mit

Verursacher

Summe

beteiligte

Alleinunfall

Motorfahrzg.

Fahrrad

Fußgänger

Fahrrad

Motorfahrzg.

Fußgänger

Sonst.

Unfallmeld.

Kinder <16

15

57

3

1

34

37

1

4

76

22

 

Unfallort

Anzahl ca.

 

Unfallursache

 

Anzahl

Donatusstr.

6

 

Vorfahrt mißachtet/übersehen

33

Bergheimer Str.

5

 

Radfahrfehler

 

13

Hackenbroicher Str.

4

 

mangelnder Sicherheitsabstand

10

Nord-/Ostring/Escher

2

 

Alkohol

 

 

8

Hauptstr. (Sto.)

2

 

Wegeschäden

 

4

Venloer Str. (Pulh.)

2

 

Fahren auf Fußweg

 

4

Sonst.

55

 

Fahrraddefekt

 

2

Summe

76

 

PKW Tür Öffnen

 

2

 

 

 

Fahrrad ohne Licht

 

1

 

 

 

LSA mißachtet

 

1

 

 

 

Sonst.

 

 

2

 

 

 

Summe (inkl. Mehrfachnennungen)

80

 

Diese Auswertung haben wir der Verwaltung mit folgenden Folgerungen aus Sicht des ADFC mitgeteilt:

 

Demnach erscheint die "Jagd" auf "verkehrssündigende" Radfahrer (z. B. die Knöllchen-Aktion auf dem Marktplatz) als Schnellschuss ohne wirklichen Grund: Wenn die Alleinunfälle von FahrradfahrerInnen herausgerechnet werden, liegt der Schwerpunkt der Unfallverursacher eindeutig auf Seite der motorisierten Verkehrsteilnehmer.
Nicht mit Zahlen untermauert, aber nach mehrmaligen Lesen/Auswerten der Berichte "gefühlt" gibt es neben den Unfallorten mit Häufungen (Donatusstr., Bergheimer Str., Hackenbroicher Str.) vor allem drei verhaltensbedingte Unfallursachen:
1. Übersehen (in der Regel: KFZ übersieht Fahrrad)
2. Fahrfehler der FahrradfahrerInnen (häufig bei Kindern)
3. Fahrfehler der FahrradfahrerInnen durch Alkohol
Demnach wären sichernde Maßnahmen
- an der Donatusstr.
- an der Bergheimer Str. innerhalb der Ortsgrenzen sowie
- auf der Hackenbroicher Str.
zu diskutieren und zu ergreifen,
- eine Intensivierung des Fahrradfahrtrainings in der Schule anzustreben
sowie Kampagnen
- für Sicherheitskleidung (Warnwesten) für FahrradfahrerInnen
- für bessere Unterweisung der Kinder durch die Eltern
- gegen den Alkohol am (Fahrrad-)lenker
zu erwägen.

Zurück zum #Inhalt:

Und es geht weiter!

Im Rahmen der Einrichtung einer „grünen Welle“ auf der Bonnstr. (L183) zwischen K10 und Freimersdorf (L213/Mathildenstr.) wurde im Sommer 2009 nicht nur die leidige „Bedarfsschaltung“ für Fahrradfahrer/Fußgänger an der Einmündung der K10 in die Bonnstr. durch automatische Kopplung mit dem parallelen KFZ-Verkehr ersetzt, auch die Querung des Rad-Fußweges an der Donatusstr. über die Bonnstr. wird dann automatisch „grün“, wenn die KFZ auf der Donatusstr. fahren dürfen. Damit sind alle LSA an der Bonnstr. im Stadtgebiet Pulheim „fahrradfreundlich“ programmiert.
Die unsägliche Radwegführung an der Einmündung B59n in die Bonnstr. ist im Frühjahr nachgebessert werden - verbunden mit der Entschärfung der Gefahrenstelle „freier Rechtsabbieger von der Bonnstr. zur B59n Richtung Norden.

 

Zurück zum #Inhalt:

 „Ein schönes Weihnachtsgeschenk“

Beim Rückbau der nach Eröffnung der B59n zwischen Pulheim und A1 überdimensionierten Kreuzung Venloer-/Bonnstr./K9 wurde die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und die LSA für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer optimiert: Die Benutzer des Rad-Fußweges längs Bonnstr./K9 bei der Querung der Venloer Str. erhalten jetzt automatisch „grün“, wenn die KFZ aus der K9 „grün“ bekommen. Die ewig langen Wartezeiten hier haben jetzt ein Ende: Selbst in Schwachlastzeiten muß „grün“ nicht mehr per Knopfdruck angefordert werden!

Dass die RILSA (Richtlinie Lichtsignalanlagen) Querungen „in einem Rutsch“ empfiehlt, ist grundsätzlich richtig. Aber dort, wo eine Zwangskopplung der Grünphasen für sich parallel bewegende KFZ und nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer wegen des langen Weges auch bei hohen Umlaufzeiten nicht möglich ist (z. B. Querung der Bonnstraße zum geplanten Fuß-/Radweg an der K6 Richtung Widdersdorf), ist eine Mittelinsel die einzig mögliche Abhilfe und damit keineswegs ein Widerspruch zur RILSA!

Zurück zum #Inhalt:

 „Es geht doch!“

Am 22.08.07 ging nach ziemlich kurzer, einhelliger Diskussion unser Bürgerantrag „gleichberechtigte Behandlung von Fußgängern/Fahrradfahrern an Lichtsignanlagen“ mit Unterstützung durch einen gleichlautenden Antrag der lokalen Agenda 21 einstimmig durch den Ausschuß für Tiefbau und Verkehr (TVA) der Stadt Pulheim. Danach werden gemeinsam mit der Verwaltung alle betroffenen LSA, die nur auf Anforderung per Druckknopf „grün“ geben (siehe Bedarfsampeln), auf Optimierungsmöglichkeiten für den nicht-motorisierten Verkehr untersucht und (natürlich bei vorhandenen finanziellen Möglichkeiten) entsprechend umgestellt.

Zurück zum #Inhalt:

 Noch Entäuschender

Am Montag, dem 18.12.06 wurden mit dem üblichen Brimborium nach 50 Jahren Planungszeit der 3. und letzte Bauabschnitt der B59n zwischen L183 (Bonnstr.) und der Autobahnanschlussstelle Bocklemünd eröffnet, sehr zur Freude der Bewohner Pulheims, die sich eine deutliche Entlastung der chronisch überlasteten Steinstraße erhoffen. Diese Entlastung kommt auch dem Fahrradverkehr zu Gute, der es in diesem Bereich nicht gerade einfach hat.

Wesentlich schwieriger „missriet“ dem Landesbetrieb Strassen NRW/Euskirchen bereits im 2. Bauabschnitt die Radwegführung/-gestaltung und -signalisierung an der Einmündung von der B59n aus Norden auf die L183/Bonnstr.

Unsere Intervention in Euskirchen hatte Erfolg: Bereits die Fotos belegten die diversen Planungsfehler, und bei einem Ortstermin wurde die Begradigung der Zick-Zack-Wegführung (im Vordergrund), Entschärfung der gefährlichen Kanten durch Verrundung des Pflasters auf der Insel und Entfernung des Signalmastes aus der Radwegmitte zugesagt – aus finanziellen und „politischen“ Gründen („wie wirkt es denn, wenn wir kurz nach Fertigstellung hier wieder anfangen zu buddeln“) allerdings auf den 3. Bauabschnitt vertagt. Darüber hinaus wurde festgestellt, daß die nördliche Insel gefährlich klein ist: Hier passt kaum ein Fahrrad in der ganzen Länge drauf. Außerdem wäre auch hier eine Signalisierung des Überwegs wegen der hohen Fahrgeschwindigkeiten notwendig, falls nicht die Verkehrsbelastung auf der Abbiegespur nach Eröffnung des dritten Bauabschnittes deutlich sinkt.

Nun ist der 3. Bauabschnitt fertiggestellt – an der katastrophalen Wegeführung ist nichts geschehen. Lt. LBS Euskirchen ist die komplette Umbaumaßnahme zwar bereits geplant – einschließlich der östlichen Querung, die Ausführung soll jedoch erst erfolgen, wenn eine Verkehrszählung die Annahmen über die Verkehrsentwicklung bestätigt. Diese Verkehrszählung wurde Anfang Mai durchgeführt und wird z. Zt. ausgewertet. Mit dem Ergebnis der Auswertung wird im Juni gerechnet, eine Aussage über den Zeitpunkt der Umsetzung hat der Landesbetrieb Straßen NRW allerdings nicht gemacht.

Nach aktueller Auskunft des LSB ist diese bereits zum Ende letzten Jahres versprochene Nachbesserung im Rahmen des Ausbaus der B59n Richtung Rommerskirchen für 2008 „in Abhängigkeit von den zur Finanzierung verfügbaren Mitteln“ vorgesehen.

Ein Kommentar zu dieser Hinhaltetaktik ist wohl ziemlich überflüssig! 

Gute Nachricht (15.08.08): Die Planung von 2002 (entspricht den Vereinbarungen beim Ortstermin direkt nach Fertigstellung) wird jetzt ausgeschrieben. D. h.: Die Finanzierung ist gesichert und ein Ende dieser „Katastrophe“ in Sicht!

Bessere Nachricht (19.06.09): Der Radweg an der Bonnstr./B59n ist wieder frei. Was bis zum 10.06.09 sichtbar war, war geeignet, den Murks (s. o.) vergessen zu lassen. Dafür stellt die Schaltung der Lichtsignalanlage einen krassen Rückfall in die Steinzeit dar: Grün für Radfahrer/Fußgänger nur auf Anforderung – mit ewigen Wartezeiten - und steht damit in klarem Widerspruch zur Beschlusslage des Stadtrates, die für neue Lichtsignalanlagen sowie bei Änderungen an bestehenden automatisches Grün für den parallelen Rad-/Fußverkehr fordert.
Lt. Landesbetrieb Straßen NRW, NL Euskirchen (23.06.09, 13:45) hat der Signalplaner/-bauer – warum auch immer – die Kopplung bei Schwachlastzeiten, also schnellen Umläufen nicht gesetzt. Dem widerspricht allerdings nicht nur die eigene Beobachtung am Freitag, 19.06.09, gegen 15 Uhr bei hohem Verkehrsaufkommen und trotzdem ewig langen Wartezeiten, sondern auch ähnliche Feststellungen anderer RadfahrerInnen. Wie dem auch sei, die notwendigen Parameter (2 an der Zahl - für Schwach- und Starklast) sind inzwischen (24.06.09) gesetzt worden – hoffentlich auch das Verständnis für die Belange der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer!

Zurück zum #Inhalt:

"Enttäuschend"

Nicht durchsetzen konnte sich die OG bei der Beurteilung des Verkehrsentwicklungsplanes des Kreises: Auf Pulheimer Gebiet werden hier lediglich die bereits vor Jahren gegen unsere Vorstellungen festgelegten Hauptachsen des "landesweiten Radverkehrsnetzes" (inzwischen an der rot-weissen Ausschilderung erkennbar) und Verbindungen der Orte auf Landes- und Kreisstrassen berücksichtigt. Auf der Strecke bleiben nicht nur altbewährte und beliebte Routen wie der R18 (der R20 ist sogar als Hauptroute "drin"), sondern auch andere komfortable Strecken abseits der Strassen auf Wirtschaftswegen, wie die (übrigens ausgeschilderte) Route von Brauweiler nach Köln über Widdersdorf, vorbei am Max-Planck-Institut und durch Vogelsang. Es fehlt in diesem "Plan" eine zukunftsweisende Komponente, die das Fahrradfahren auch mal ohne begleitenden KFZ-Verkehr  komfortabel und entspannend  machen könnte. Der Nationale Radverkehrsplan empfiehlt nicht nur eine Wegweisung, "die Radfahrer auf möglichst verkehrsarmen Routen führt", sondern führt weiter aus: "wenngleich zahlreiche Ziele des Radverkehrs an Hauptverkehrsstraßen gelegen sind, ist die Führung abseits der Hauptverkehrsstraßen sehr attraktiv und zudem verkehrssicher. Da abseits der Hauptverkehrsstraßen in der Mehrzahl der Straßen keine gesonderte Radverkehrsführung erforderlich ist, kann durch eine entsprechende Beschilderung dieser Routen kostengünstig ein wesentlicher Beitrag zu einem großflächigen, attraktiven Radverkehrsnetz geleistet werden." Eine Berücksichtigung dieser Empfehlungen lässt der vorliegende "Plan" zumindest für Pulheim völlig vermissen: Nicht klassifizierte Strassen und Wege wurden nur da einbezogen, wo sie zur Verbindung vorhandener strassenbegleitender Radwege unerlässlich sind (z. B. zwischen Stommelerbusch und Hackenbroich).
Als "Entwicklungsplan", der den Fluss der ohnehin spärlichen Mittel für fahrradfreundliche Massnahmen mindestens für das nächste Jahrzehnt im Kreis bestimmt, ist diese "Bestandsaufnahme" ungeeignet, zumal für einen "fahrradfreundlichen" Kreis bzw. Stadt: ca. 65km sind im VEP auf Pulheimer Gebiet erfasst, davon 33% an Landesstrassen, 47% an Kreisstrassen, 7% an Gemeindestrassen und nur 7% auf autofreien Wirtschaftswegen!
Dem ADFC-Pulheim wurde keine Chance gegeben, diese unerträgliche Routenplanung zu verhindern - Einspruchsmöglichkeit wurde lediglich in Details gewährt, nicht an der Routenauswahl an sich. Dem haben wir uns verweigert - so ein "Entwicklungsplan" darf nicht mit dem Segen des ADFC verabschiedet werden!

 

Zurück zum #Inhalt:

 

"Überraschender Sieg:"
Nahezu sensationell war der Teilerfolg des Bürgerantrags der Lokalen Agenda 21 und des ADFC Pulheim zur fahrradfreundlichen Gestaltung der Venloer Str. in Stommeln: Sind Stadtverwaltung, Kreis und ADFC vor Jahren trotz umfangreicher Bürgerbefragung ziemlich geschlossen von den Parteien mit den Schutzstreifen auf der Venloerstr. abgebügelt worden, erhielt zumindest dieser Teil des Antrags auf Anhieb eine einstimmige Annahme im Bau- und Verkehrsausschuss. Damit wird der Kreis beauftragt, die früheren Planungen wieder aufzugreifen, die Umgestaltung des Josef-Gladbach-Platzes mit einzubeziehen und diese Massnahmen "auch baldmöglichst umzusetzen". Zwar fiel der zweite Teil des Bürgerantrages (Einrichtung einer Fahrradstrasse in der Strasse südlich des Dorfangers/Hauptstr.) im Haupt- und Finanzausschusses ziemlich einstimmig durch, jedoch konnte erst ein Machtwort von Dr. Morisse den Versuch verschiedener Ausschussmitglieder beenden, den einstimmigen und daher nicht mehr zur Debatte stehenden Beschluss über die Venloer Str. wieder zu kippen: So sei das nicht beschlossen worden - der Kreis solle die geänderten Planungen vorstellen und der Ausschuss neu darüber abstimmen (!).
Bei aller Freude über diesen unerwarteten Erfolg: Wann wieder mal Geld dafür zur Verfügung steht (vor Jahren war es im Kreisetat enthalten), steht in den Sternen!

Vom 15.-17.03.06 war es soweit: Mit erfreulich intensiver Bürgerbeteiligung ging  die Bürgerwerkstatt zu diesem Thema in Stommenl über die Bühne, immerhin 250 BürgerInnen haben sich ausführlich damit befasst. Das eindeutige Ergebnis wurde im Ausschuss für Tiefbau und Verkehr (TVA) vorgestellt:

- Für die Einrichtung von Schutzstreifen auf der Venloer Str. waren 75% der  abgegebenen Vorschläge/Voten

- Für die Umgestaltung der Parallelstrassen zu Hauptstr./Nettegasse sprachen sich ebenfalls 75% der Teilnehmer aus.

Diesem klaren Ergebnis hat sich der TVA mit grosser Mehrheit angeschlossen, so dass der Kreis die Planungen weiterführen kann.

Zurück zum #Inhalt:


"Weitere Erfolge"

Auch weitere Nachbesserungen in der Radwegegestaltung konnte die ADFC-Ortsgruppe in denvergangenen Jahren errreichen, teilweise mit Unterstützung durch den Vorstand:

-  Die eklatante Fehlplanung (Positionierung der Masten, Verschwenkungen des Radwegs etc.)  an der neuen Lichtsignalanlage K9/K10 in Orr wurde auf unser Betreiben vom Kreis zweimal nachgebessert .

-                     Die Fehlplanung der Radwegführung auf der Westseite der Einmündung der B59n in die L183 (Bonnstr.) soll in der nächsten Ausbaustufe beseitigt werden. Ähnliches konnten wir beim Umbau der Kreuzung L183/B55 (Bonnstr./Aachener Str.) gerade noch während der Bauphase verhindern.

- Zu spät sind wir leider bei der Radwegeführung vom neuen Knauber-Markt auf die L183 gekommen: Erst mit der (traurigen) fertigenAusführung konfrontiert, konnten wir unsere Argumente gegen dieses Anti-Beispiel der Verwaltung zur Kenntnis bringen. Die hat die Verwaltung zwar eingesehen, aber "leider ist kein Geld mehr zur Nachbesserung" da. In wie weit das Versprechen trägt, zukünftig den ADFC in fahrradrelevante Planungen vor der Ausführung/Realisierung einzubeziehen, muss sich noch beweisen, denn z. B.

-  beim Rückbau der K5 zwischen Freimersdorf und Widdersdorf wären wir auch wieder mit den fertigen (aus Fahrradfahrersicht) unbefriedigenden Ergebnissen konfrontiert werden, ohne die Planung je zu Gesicht bekommen zu haben oder in fahrradrelevante Entscheidungsprozesse eingebunden worden zu sein: Hier haben wir während der Bauphase erkannt, was drohte, und mit der Bauleitung und dem ausführenden Landesbetrieb Strassen Bonn noch eine akzeptable Lösung durchgesetzt. Jetzt müssen nur noch zwei Schilder (benutzungspflichtiger Kombi-Radweg) "geschlachtet" werden, dann ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend. Das ist inzwischen geschehen - leider erst als Reaktion auf eine Veröffentlichung in der Aktion "Blech weg" des Kölner Stadtanzeigers.


Zurück zum #Inhalt:

"Nicht aufgeben"
wollen wir daher beim Thema "Bedarfsampeln": Eine Liste dieser leidigen „Radverkehrsbehinderer“ haben wir inzwischen aufgestellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit/Richtigkeit. Wenn diese Liste einigermaßen gesichert ist, wollen wir einen Bürgerantrag zur Umstellung dieser LSA stellen.

Ortsteil

Kreuzung/Einmündung

Bemerkung

Brauweiler

Bonnstr./Sachs-Str.

Anforderung erf. für Querung L183  ERL.

Brauweiler

L91/K25-K40 („Vier Winde“)

 

Brauweiler

Bonnstr./Donatusstr.

Anforderung erf. für Querung L183 ERL. Sommer 2009

Brauweiler

Bonnstr./K10

ERL. Sommer 2009

Pulheim

Bonnstr./K6

zwar Anforderung, aber Kopplung wäre gefährlich (neuer Radweg?)

Pulheim

Bonnstr./Venloer Str.

Anforderung erf. für Querung Venloer - sehr lange Wartezeiten erl. 12.07

Pulheim

Venloer Str./Industriestr.-Boschstr.

Anforderung erf. für Querung Venloer - sehr lange Wartezeiten

Pulheim

Worringer Str./ Diem-Dürer-Str.

Anforderung erf. für Querung Albrecht-Dürer-Str.

Pulheim

Paul-Decker-Platz

Überweg Bergheimer Str.

Pulheim

K25/Am Wiesenhang

A-Knopf von Norden auf der falschen Seite des Kombiwegs!

Stommeln

L93/K20

 

Stommeln

L93/K24

 


Zurück zum #Inhalt:

"Bedarfsampeln"
an Kreis- und Landesstraßen, die erst nach Betätigen eines Druckknopfes irgendwann den Überweg freigeben, falls man nicht nach langer Wartezeit und schnellem Rundumblick schließlich doch noch bei "rot" den Überweg überquert hat.

Der Mißstand: Diese nahezu chronische Mißachtung roter Lichtzeichen durch Fußgänger und Radfahrer aller Altersklassen und Gesellschaftsschichten vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften liegt oft darin begründet, daß die entsprechenden Lichtzeichen nur nach Anforderung mit Taster oder Induktionsschleife und einer mehr oder minder langen Wartezeit eine Grünphase einlegen. So geschieht es oft, daß der parallel fahrende motorisierte Verkehr grün erhält, nicht jedoch der Fußgänger oder Radfahrer, der gleichzeitig oder auch bis zu ....zig Sekunden vorher sein Querungsbedürfnis angemeldet hat. Erst einen vollen Ampelzyklus später wird auch sein Wunsch von der Ampelsteuerung erfüllt.

Unser Abhilfevorschlag: Dieser - vor allem auf Schulwegen - unter Umständen tödliche Teufelskreis kann durch eine Vereinfachung der Ampelsteuerungen durchbrochen werden, nämlich gleichberechtigte Behandlung der Querungswünsche beider Verkehrsteilnehmergruppen: Wie der parallele motorisierte Verkehr bei Anforderung durch den Fußgänger/ Radfahrer mit Grün bedacht wird, sollte auch umgekehrt die Grünanforderung durch ein KFZ dem parallelen nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer eine Grünphase bescheren! Daß durch die längere Querungszeit eines Fußgängers die minimale Grünphase des motorisierten Verkehrs u. U. verlängert wird, halten wir für eine durchaus vertretbare Maßnahme. Bei einer solchermaßen gesteuerten Lichtzeichenanlage erübrigt sich die Installation teurer Induktionsschleifen für Radfahrer, die zudem für Fußgänger unwirksam sind. Halbwegs moderne LSA-Steuergeräte sind übrigens in der Lage, die automatische Kopplung der Fußgänger-Grünphase an die des parallelen KFZ-Verkehrs erst bei ausreichend langer Umlaufzeit (bei hohem Verkehrsaufkommen) zuzuschalten und bieten damit eine intelligente Lösungsmöglichkeit!

Nach ersten Erfolgen (Kreuzung L213/L183 in Freimersdorf, K10/K25/L213 zwischen Brauweiler und Sinthern) dürfen wir hoffen, dass im Rahmen der für 2001/2002 vom Rheinischen Straßenbauamt Euskirchen vorgesehenen Optimierungen der Lichtsignalanlagen im Zuge der L183 (Worringer-, Fareham- und Bonnstraße)  einige Ampeln nicht nur für den motorisierten Verkehr, sondern (nebenbei) auch in unserem Sinne umgestellt werden.  Eine detaillierte Liste (s. o.) der aus unserer Sicht zu optimierenden Lichtsignalanlagen im Zuge der L213 wurde dem Landesbetrieb Straßen NRW eingereicht.

Mindestens ebenso ärgerlich wie die Bedarfsampeln ist die zunehmende Umkehrung der an sich klaren Festlegung, in der STVO, wonach der (rechts oder links) abbiegende Verkehr auf der Straße gegenüber dem straßenbegleitenden Rad-/Fußweg wartepflichtig ist. Neue Kreisel wie z. B. auf der neuen Ortsumgehung Sinnersdorf setzen diese eindeutige und in den Köpfen aller Verkehrsteilnehmer verankerte Regelung durch kleine "Vorfahrt-Achten"-Zeichen auf den fahrbahnbegleitenden Rad-/Fußwegen außer Kraft und machen die Überquerung eines solchen Kreisels für Fußgänger und Fahrradfahrer je nach Verkehrsaufkommen zu einer wahren Geduldsprobe - ganz abgesehen von den Mißverständnissen der motorisierten Verkehrsteilnehmer, die z. T. gar nicht wissen, dass ihnen die Fürsorge der Verkehrsplaner und -verantwortlichen in unserer fahrradfreundlichen Stadt bzw. Kreis wieder einmal den absoluten Vorrang einräumen! Förderung des Fahrradverkehrs erfordert komfortable, zügig zu befahrende Fahrradrouten, und nicht Stop and Go wie durch solche Vorfahrtsregelungen und Lichtsignalanlagen erzwungen!
Diese Regelung ist in einer Verwaltungsvorschrift zur STVO-Novelle niedergelegt. Abhilfe kann nur durch Änderung dieser Vorschrift erreicht werden, also schreibt an die Fahrradbeauftragten, was das Zeug hält.

Zurück zum #Inhalt:

Wie bereits vor Jahren vorgeschlagen, sollte in Geyen der strittige Bereich der von-Frentz-Str. sowie die
Sintherner Str. zwischen Alban- und Frechener Str. umgangen werden. Nach wiederholter Befahrung der Wege
haben wir unseren Vorschlag vom August 97 verbessert. Zur Verwirklichung werden folgende Maßnahmen erforderlich:

1.      Öffnung der von-Grass-Straße für Fahrradfahrer in Nord-Süd-Richtung

2.      Querungshilfe zwischen Kornelius-/von-Harff-Str. durch Anforderungstaster jeweils an der Einmündung in die von-Frentz-Str. für die vorh. Fußgängerampel, Halt-Markierung/evt. Vorampel aus Richtung Westen vor der Einmündung der Korneliusstraße auf der von-Frentz-Str.

3.      Querungshilfe für den aus Sinthern kommenden Fahrradverkehr in die von-Grass-Str. unter Einbeziehung der vorh. Fußgängerampel

4.      Überführung des Fahrradverkehrs aus der von-Grass Str. in die Fahrradspur auf der Brauweiler Straße. Hier könnte u. U. eine Straßenverbreiterung auf der südöstlichen Seite der Brauweiler Str. erforderlich sein.

Jedenfalls haben die Schutzstreifen in Sinthern unserer Erfahrung nach nicht nur eine Verringerung der KFZ-Geschwindigkeiten bewirkt, auch Fahrradfahrer fühlen sich dort sicherer als vorher, da immer mehr KFZ-Lenker den Schutzstreifen respektieren, selbst wenn keine Fahrradfahrer dort fahren.

Zurück zum #Inhalt:

Und Eure Meinung zu diesen Themen? => wolfgang.werner@adfc-rhein-erft.de

Sie sind / Du bist der . Besucher dieser Seite

 

Seitenanfang      Wer über eine Suchmaschine hierher gelangt ist, hier geht´s zur Startseite